Sägewerk Buche: Aufs richtige Pferd setzen!

Zehn Jahre „sägen“ im Nadelholz genügen. Nun soll ein Sägewerk Buche auf der „grünen“ Wiese entstehen. Da die Rotbuche im Laubholzbereich als Massenbaumart gilt, muss man sich vom eigentlichen Metier nicht allzu weit entfernen. Da damit hohe Investitionskosten einhergehen, soll geklärt werden, was man sich behalten kann und was neu angeschafft werden muss. Da wäre einmal die Entrindungsanlage nach Nicholson. Sie kann auch auf die Rotbuche eingestellt werden. Also diese Maschine kann schon einmal behalten werden. Was ist mit der Einschnitt-Technologie? Da die Buche bekanntlich eine Massenbaumart ist, kann das Gatter weiter verwendet werden. Trockenkammern mit ausreichender Kapazität sollten vorhanden sein. So gilt als Faustformel, dass die jährliche mittlere künstliche Trocknung mit mindestens 20.000 Kubikmetern angesetzt wird. Dämpfgruben für den richtigen Farbton des Kunden sind einem „Nadelholzsägler“ gänzlich neu, ebenso wie die Sortierung. Deshalb soll diese Klassifizierung ein wenig verschriftlicht werden: Die Organisation der Sägeindustrie kurz EOS hat folgende Sortierregeln für unbesäumtes Buchenschnittholz herausgebracht und sind im europäischen Raum anerkannt. Die Qualitätsmerkmale A ähneln sehr der Fichte und werden daher nicht behandelt, daher wenden wir uns gleich der B-Qualität zu. Die Länge sollte mehr als 2,10m betragen, die Mindestdeckbreite sollte zwischen 32mm und mehr als 100mm liegen, vereinzelte Äste sind zulässig, wobei dann stets eine Maßvergütung gegeben werden muss, leichte Faserneigung ist erlaubt, Wirbelwuchs ist tolerierbar, Rindeneinwuchs ist mit Maßvergütung akzeptabel, Fäule und Verfärbung ist mit Maßvergütung vereinzelt zulässig, der Rotkern darf zehn Prozent der breiten Seite betragen und gerade Risse sind bis 30Prozent der Länge gestattet. Dieser Sortierung sollte also für großes Augenmerk geschenkt werden, will man am Holzmarkt reüssieren. Mit besäumtem Buchenschnittholz soll weiter ein eindeutig dokumentierbares und erkennbares Material mit hoher Qualität für den Export angeboten werden, das auch der hoch-industriellen Weiterverarbeitung zugeführt werden kann. Die erfolgversprechenden Materialeigenschaften wie Härte nach Brinell der Buche vollenden sich optimal mit der Besäumungstechnik. So ist nur ein geringer Verschnitt bei gleichzeitig hoher Ausbeute zu verzeichnen. Folglich kann optimal die Wertschöpfungskette im Sägewerk Buche bedient werden.

Mit etwa 120 Jahre entwickelt sich bei der Buche im Innern durch Oxidationsprozesse ein Rotkern. Das Kernholz verleiht dem Holz weitere Stabilität. Die Struktur des Rotkerns ist ungleich und macht so jedes Bloch zu einem unverwechselbaren Stück. Die ansprechende Optik wurde so auch von unzähligen Innenarchitekten und Produktdesignern aufgegriffen und so wird das Holz der Rotbuche hauptsächlich im Möbelbau angewendet.

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