Kolonialstilmöbel

Imperialismus
Die Zeit zwischen 1870 und 1918 galt als die Hochzeit des Imperialismus, in der europäische Großmächte ihren Einflussbereich in politischer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht in Afrika und Asien systematisch erweiterten. Vor allem das viktorianische England galt zur Zeit des Imperialismus als bedeutendste europäische Großmacht. Daneben sind es Deutschland und Frankreich, die ihren Machtbereich auf den o.g. Kontinenten ausbauten.

Vermischung der Kulturen und Ästhetik
Aus der Zeit des Imperialismus stammen die sogenannten Kolonialstilmöbel. Die Großmächte entdeckten zur besagter Zeit fremde Kulturen und die Ästhetik in Bezug auf die Herstellung von Möbeln in den jeweiligen Ländern. Den Großmächten sagte dieser Stil sehr zu, so dass sie nach und nach die eigenen mitgebrachten Vorstellungen von Möbelkultur und Möbelästhetik mit den dort vorherrschen ästhetischen Stilen vermischten. So entstanden im Laufe der Zeit die Kolonialstilmöbel, die damals wie heute vorzugsweise in den Tropen vorzufinden sind. Kolonialstilmöbel werden auch heute noch immer systematisch mit England und dem viktorianischen Stil gleichgesetzt.

Herstellung
In der Regel werden dafür Tropenhölzer wie beispielsweise Teak oder Mahagoni verwendet. Zwei Hölzer, die von einer Pflanzenart abstammen und vorwiegend im asiatischen Raum anzutreffen sind. Darüber hinaus werden für die Herstellung von Kolonialstilmöbeln auch diverse Ledermaterialien und Rattan verwendet, das unter anderem von Korbmachern verwendet wird. Kolonialstilmöbel, die in Indien hergestellt werden, werden oftmals auch mit wertvollem Elfenbein produziert.

Allzweckmöbel
Das Besondere an Kolonialstilmöbeln ist die Allzweckverwendung. Egal, in welchem Zimmer der Wohnung oder des Hauses man sie aufstellen möchte, sie sind überall einsetzbar. Der Herstellungsprozess ist für diese Art von Möbeln allerdings sehr aufwendig. Zudem kommt hinzu, dass die Möbel auch heutzutage meistens in den ehemaligen Kolonien hergestellt werden. Für den Kunden bedeutet dies, dass er für die Möbel tiefer in die Geldbörse greifen muss. Allerdings gibt es bei diesen Möbeln einen großen Vorteil: Sie halten in europäischen Breitengraden fast ein Leben lang und sind eine gut angelegte Investition.

Fazit
Schon in der Zeit des Imperialismus waren diese Möbel etwas Besonderes und sind es auch heute noch. Sie haben eine exotische Note, die jeder Wohnung und jedem Haus seinen eigenen Stil verleiht. Ein Stück fremde Kultur für das Zimmer.

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